• Return / Enter
  • Künstler:
    Sinta Werner
  • Material:
    Keramikfliesen
  • Jahr:
    2019
  • Preis:
    Auf Anfrage

Zweiteilige Wandarbeit aus Keramikfliesen
Return: 3,92 x 0,9 x 0,48 m
Enter: 3,6 x 0,9 x 0,48 m
Auch geteilt als zwei einzelne Arbeiten käuflich

Für die KUNST-STATION (im Bahnhof Wolfsburg) realisierte die Künstlerin zum ersten Mal eine Wand-Kachelarbeit. Auf jeweils einer Seite des Aufenthaltsbereiches befinden sich die Begriffe Return und Enter in pixeliger Kachelästhetik. Das Begriffspaar „RETURN / ENTER“ ist einerseits von der Computertastatur bekannt, kann aber auch synonym für den Vorgang des Reisens gelesen werden: zu einem Ort zurückkehren, einen anderen Ort betreten.

Die Übersetzung des Begriffspaars als Pixelästhetik ist auf eine Reihe von Schriftexperimenten auf Grundlage der Software Clear Type zurückzuführen. Clear Type rendered zur Verbesserung der Lesbarkeit bei der Bildschirmdarstellung von Text die RGB-Anteile der Pixel nach einem algorithmischen System. Der Text wird somit für das Auge des Betrachters geglättet, während um die Schrift durch das Rendering ein Farbeffekt entsteht. Diese Quasi-Aura aus RGB-Werten kann durch die Vergrößerung sichtbar gemacht werden. Hierzu wurde ein Screenshot von 6pt Schrifthöhe auf 90 cm hochskaliert.

Das Ein- und Auszoomen in die Schrift kann ebenso als Analogie zum Perspektive-ändern des Reisens gelesen werden: Das Wandbild in den Maßen 244 cm x 430 cm bleibt bei geringem Betrachtungsabstand ein Ornament – während es mit zunehmender Distanz immer leserlicher wird. Dementsprechend braucht man manchmal Abstand zu einem Ort, um eine Situation besser erkennen zu können. Auch von einem Zielort hat man manchmal ein klares Bild, eine Vorstellung, welche sich im unmittelbaren Kontakt aufzulösen beginnt. Das Pendeln zwischen den Orten wird somit zur perzeptiven Metapher einer digitalen Gegenwart, in der die virtuelle Allgegenwärtigkeit von Orten nur noch in der subjektiven Betrachtung des Reisenden unterschieden werden kann.

Der verpixelte Schriftzug existiert nur in der Ansicht auf dem Computerbildschirm oder anderen digitalen Schnittstellen. In der analogen Version wird die Pfaddatei in der entsprechenden Druckauflösung ausgedruckt ohne Farbausfransungen. Das analoge Auge schaut bei der Installation quasi auf die digitale Ansicht, eine Situation, die es sonst nicht gibt.

Quelle: http://www.sintawerner.net/return-enter-2019/